Die documenta

Die documenta ist die wohl bedeutendste Kunstmesse weltweit. Sie wurde ins Leben gerufen von Arnold Bode (1900-1977), einem vielseitig begabten Künstler aus Kassel. In seiner Heimatstadt öffnete die documenta 1955 das erste Mal ihre Tore. Zum zweiten Standort dieser renommierten Kunstmesse wurde Athen auserkoren. Die documenta wird alle fünf Jahre abgehalten und dauert jeweils 100 Tage. Sie versteht sich als Plattform für zeitgenössische Kunst. Die Ausstellungen spiegeln zumeist das Kunstverständnis des jeweiligen Kurators wider. Im Jahre 2017 konnte beispielsweise Adam Szymczyk als leitender Direktor fast 900.000 Besucher anlocken. In Athen waren es zur gleichen Zeit über 300.000. Die nächste documenta ist für 2022 geplant.

Die documenta und ihre Skandale

Schon seit ihrer Eröffnung sorgte diese spektakuläre Kunstmesse für Schlagzeilen, denn sie griff die brisantesten Themen der Zeit auf und bearbeitete sie künstlerisch. Auch diverse Skandale um Kunstwerke und Künstler blieben nicht aus. 1977 ließ ein amerikanischer Künstler ein

ein Kilometer tiefes Loch in den Kasseler Friedrichsplatz bohren, um es anschließend mit einem Messingstab wieder zu füllen. Die Kasseler protestierten damals heftig gegen die langdauernden Baumaßnahmen, welche dieses Kunstobjekt erforderte. 2007 verwandelte eine chilenische Künstlerin die Mittelstreifen der Straße in Kreuze. Diese Installation erlebte leider nicht einmal den Eröffnungstermin. Das Straßenverkehrsamt stellte den ursprünglichen Zustand umgehend wieder her. 2012 verschenkte eine deutsche Künstlerin Reagenzgläser, die mit Fett und künstlichem Blut befüllt waren an die Besucher der documenta, was umgehend die Polizei inklusive Sprengstoffkommando auf den Plan rief.

Zeitgenössische Kunst zu aktuellen Themen

Die documenta hat seit ihrer Gründung nichts von ihrer Bedeutung für die zeitgenössische Kunst eingebüßt. Viele Werke und Installationen aus früheren Jahren wurden von der Stadt Kassel gekauft und sind jetzt an verschiedenen Orten in und um Kassel zu besichtigen. Ein Beispiel dafür ist der Obelisk des nigerianischen Künstlers Olu Oguibe auf dem Königsplatz. Auf dem Obelisk ist zu lesen: “Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt”.

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