Die Kunstmessen in Köln und Brüssel liefern sich einen Zweikampf

Viele Kunstliebhaber stellen sich regelmäßig die Frage: Geht es zur Kunstmesse in Köln oder in Brüssel? Geografisch sind die beiden ältesten Kunstmessen der Welt wegen des Hochgeschwindigkeitszugs Thalys nicht einmal mehr zwei Stunden entfernt.

Die Art Cologne wurde 1967 gegründet, Art Brussels feiert in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum.

Köln konnte einen großen Pluspunkt verbuchen. Hierher kamen die größten Galerien. Große Namen wie Thaddäus Ropac, Gagosian, Kamel Mennour, David Zwirner, White Cube oder Hauser & Wirth.

Doch auch Brüssel kann mit 147 Galerien aus 32 Ländern prahlen. Hier trifft man auch weniger orthodoxe Künstler, weniger Mainstream. Die belgischen Sammler sind bekannt dafür, sehr offen für Neues zu sein.

Ein Drittel der Teilnehmer sind im Jahr 2018 Belgier, verglichen mit 17 Prozent im Jahr 2017. Dabei hat es ein kleines Galerie-Sterben gegeben. Prestigeträchtige Galerien aus London und New York mussten schließen, es gibt nur fünfzehn außereuropäische Galerien.

Es sind vor allem Sammler aus Europa, die nach Basel kommen; präsent sind aber auch zunehmend Sammler aus Asien und Russland. Und natürlich bestimmt auch hier die Nachfrage das Angebot.

Dabei ist in 2018 Kunst gefragt, die geschaffen wurde, als sie noch als Protest wahrgenommen wurde, häufig verbunden mit einer eindeutigen Botschaft.

Und heute? Wer bestimmt, was wahre Kunst ist?

In den Siebziger Jahren, mit dem Aufkommen der Messen wie der Art Basel oder auch der Art Cologne, wurde den Machern der Vorwurf gemacht, Kunst zu sehr zur Ware verkommen zu lassen. Nur hat Kunst an sich nicht unbedingt mit dem Markt für Kunst zu tun.

Die reichen Sammler sind allerdings auf der normalen Messe nicht mehr zu sehen. Sie haben bei den meisten Messen ein, zwei Tage vor der Messe ihren privilegierten Kauf-Durchgang.

In Basel – und vor allem in Basel, beim Klassenprimus – geht es auch ums große Geld. Ein Gerhard Richter etwa kostet schnell fünf Millionen Euro.

Leave a Reply