Deutschland hat sich zu einer interessanten Adresse für Kunstmessen entwickelt. Da könnte ein Blick zu den Nachbarn zum Vergleich recht hilfreich sein.

Für zeitgenössische Kunst werden seit Jahren Rekordpreise bezahlt. Das hat zum einen mit Modeerscheinungen zu tun, zum anderen mit dem echten Wertsteigerungs-Potenzial der gefragtesten Künstler. So kam ‘Nummer 5, 1948’ von Jackson Pollock für 140 Millionen $ unter den Hammer. Das war 2006 Rekord für zeitgenössische Kunst. Messen und Höchstpreise sind jedoch nicht der jungen Kunst vorenthalten, dieselben ‘boomen’ auch für ältere Kunst.

Die Kunst- und Antiquitäten-Messe Hofburg Wien

Die elegante, herrschaftliche Hofburg in Wien bietet eine Atmosphäre, die es so eigentlich nur in der Donaustadt gibt – im Kaiser- und Königs-Land. Hier geht es nicht um Zeitgenössisches, sondern um Jugendstil und Kunst vom österreichischen Hof, um Tafelsilber und Porzellan. Etwas retro, aber hier in Wien erwartet niemand etwas anderes. Ähnlich im Stil ist die seelenverwandte Salzburger Kunstmesse.

Die Biennale des Antiquaires mitten in Paris

Der Grand Palais, 1900 genau wie der Eiffelturm für die Weltausstellung gebaut, wirkt kleiner, als er tatsächlich ist. Bequem könnte man den Römer Petersdom in den Grand Palais stellen. Selbst die Tour de France fuhr 2018 durch den Prachtbau. Doch während der Biennale sind vor allem französische, wenige ausländische Kunsthändler vor Ort. Natürlich hoffen die Franzosen darauf, einmal an der Spitze der renommierten Kunstmessen zu stehen. Allerdings dürfte dies in der zeitgenössischen Kunst wohl so schnell nicht möglich sein.

Riehen/Basel: Ancient Art Fair

Das Besondere an dieser Messe ist, dass hier ausschließlich Antikes angeboten wird. Alle Exponate haben ein Zertifikat der Echtheit und des legalen Exports aus Griechenland, Italien oder Ägypten. Die Ancient Art Fair ist wohl die Kunstmesse mit dem knappsten Ausstellungsgut. Entsprechend sorgsam gehen hier die Händler mit ihren Exponaten um. In Riehen trifft sich im Übrigen auch die Elite der Fachleute.