Neues Online-Portal des jüdischen Museums Berlin

Das jüdische Museum in Berlin hat ein neues Onlineportal mit dem Titel „Jewish Places“ ins Internet gestellt. Pünktlich zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana am 13. September 2018, wird die Plattform gestartet.

Dabei werden vielfältige Lebensbereiche des jüdischen Lebens in Deutschland anhand von Orten, Biografien und Einrichtungen in interaktiven Karten zu sehen sein.

Mit der Visualisierung von Lokalgeschichte sensibilisieren wir für die gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart, so Léontine Meijer-van Mensch, die zuständige Programmdirektorin des Museums.

Das jüdische Museum in Berlin-Kreuzberg ist das größte seiner Art in Europa, und ist eines der meist besuchten Museen Deutschlands. Das Haus besteht aus zwei Teilen. Dem Altbau des barocken Kollegienhauses, dem ehemaligen Kammergericht, und dem Neubau des amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind, der in Zick-Zack-Form angelegt ist. Beide Bauten sind unterirdisch miteinander verbunden.

Die Dauerausstellung, die einen Überblick über das jahrhundertelange Zusammenleben von Nicht-Juden und Juden in Deutschland gibt, ist allerdings im Moment wegen umfangreicher Renovierungsmaßnahmen geschlossen und soll 2019 wieder für das Publikum zugänglich sein. In der Zwischenzeit ist ersatzweise die Ausstellung “Welcome to Jersualem” zu besichtigen. Zum Museum zählen des Weiteren eine Bibliothek, ein Archiv und die Akademie.

Ausgerechnet am 24. Januar 1933, also sechs Tage vor der Machtergreifung durch Adolf Hitler, wurde das Museum seiner Bestimmung übergeben. Während der Progromnacht im November 1938 wurde das Museum von der Gestapo geschlossen und sämtliches Inventar beschlagnahmt.

Im Jahr 1971 feierte die jüdische Gemeinde Berlin ihr 300-jähriges Bestehen und daraus entstand das Vorhaben, das Museum wieder neu entstehen zu lassen. Nach der feierlichen Eröffnung am 9. September 2001 sollte zwei Tage später des Haus für die Besucher freigegeben werden. Und wieder kam es zu einem historischen Ereignis. Durch die Terroranschläge des 9/11 wurde das Museum erst am 13. September 2001 für das breite Publikum geöffnet.

Das jüdische Museum ist nach der Gesellschaftsform eine öffentlich-rechtliche Stiftung mit acht Stiftungsmitgliedern unter dem Vorsitz von Monika Grütters, MdB.