Remagen im Japanfieber

Das Arp Museum in Remagen schaut hinter die Kulissen und zeigt, wie sehr die japanische Kunst nicht nur die Werke der Impressionisten beeinflusste, sondern wie sehr sie noch heute unsere Alltagskultur durchdringt und gerade in der jungen Generation eine Renaissance erlebt.

Japan trifft Europa

Mit der Meiji-Regierung begann Japan, sich dem Westen zu öffnen. Das Land nahm aktiv an den großen Weltausstellungen 1873 in Wien und 1878 in Paris teil. Außereuropäisches wurde beliebt. 1890 zeigte die Pariser Kunsthochschule eine Ausstellung zur japanischen Grafik. Für die Impressionisten war diese Kunst eine Offenbarung. Monet und van Gogh begeisterten sich vor allem für die Flächigkeiten und die leuchtenden Farben. Der Bildausschnitt in den Grafiken inspirierte die französischen Künstler zu einem Blickwechsel. Claude Monet sagte: “Was wir im Westen am meisten schätzen, ist ihre Kühnheit im Abschneiden ihrer Motive: Die Leute haben uns gelehrt, anders zu komponieren, daran kann kein Zweifel sein.”

Verschiedene Künstler ließen sich unterschiedlich inspirieren. Whistlers Arbeiten spiegelten Format, Komposition und feine Ausarbeitung des Ukiyo-e, Manet hingegen übernahm die regelmäßigen Farbflächen. Degas übernimmt die Kompositionen und Caillebotte liebt die japanischen Druckmuster.

Der Einfluss japanischer Kunst löst eine regelrechte ästhetische Revolution bei den Malern der westlichen Welt aus und bildet eine wichtige Grundlage für den Impressionismus.

Die Remagener Ausstellung beleuchtet die Zeit von 1870 bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Manga und Co.

Ein zweiter Teil der Ausstellung ist im Künstlerbahnhof Rolandseck zu sehen. Hier liegt das Augenmerk auf dem Einfluss der modernen japanischen Kultur auf die westliche Populärkultur seit dem auslaufenden 19. Jahrhundert bis heute.

Heute sind es die Mangas, die sich in der westlichen Welt aus der globalen Comicszene gar nicht mehr wegdenken lassen. Diese bunte Welt der japanischen Bildgeschichte hat sich im Westen längst weiterentwickelt und es entstehen eigene Geschichten und Manga-Produkte. Weiterhin beschäftigt sich die Schau mit den Themen Anime und Cosplay.